Episode 1

Aus Odem der Götter Wiki
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Episodenübersicht
Kategorie Details
Episodennummer 1
Titel Intrigen, Götter, Rebellion
Hauptperspektive Norwen
Charaktere Norwen
Galin
Talanel
Frore
Vendir
Freya
Sarion
Orte Otros, Ostwache (zweiter Bezirk), Alte Stadt
Inhalt/Schlüsselergebnisse Kommandant Norwen wird in einer Gewitternacht von den Weißen Falken entführt. Er wird von Vendir festgehalten und versucht, für die Weißen Falken rekrutiert zu werden, da diese seine prinzipientreue Art schätzen. Norwen entdeckt, dass sich das Versteck der Weißen Falken in der Alten Stadt unter Otros befindet, einem lange vergessenen Fundament.
Anmerkungen Diese Episode dient als Einführung in die Hauptwelt und den Charakter Norwen.
Dauer 39:10
Veröffentlichung Spotify 01.08.2024
Veröffentlichung YouTube 20.04.2025
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Die Episode beginnt mit Kommandant Norwen in seinem Arbeitszimmer, während draußen ein starkes Gewitter tobt. Er ist müde, gezeichnet von den letzten zermürbenden Wochen, und sein Blick ins Spiegelbild offenbart dunkle Augenringe. Norwen, einst nur von Gewittern gefürchtet, wird nun von der Angst vor einem nahenden Bürgerkrieg beherrscht. Überall im Reich spricht man davon, dass bald etwas Schreckliches passieren wird.

In der Hauptstadt sind in den letzten Wochen vermehrt verdächtige Personen in weißen Roben mit Kapuzen aufgefallen. Dies ist das Erkennungsmerkmal der Anhänger der Weißen Falken, einer Gruppe, die das Reich stürzen will und vor nichts zurückschreckt. Diese Personen haben es geschafft, trotz strenger Einlasskontrollen in die hoch auf einem Monolithen gelegene Hauptstadt Otros zu gelangen und richten dort Chaos an: Sie wiegeln unzufriedene Bürger auf, legen Feuer und sabotieren Versorgungswege. Norwen, als Kommandant der Stadtwache, soll dem Einhalt gebieten. Die Menschen in der Stadt wirken still und verängstigt, selbst der rote Schimmer, der die Stadt eigentlich beruhigen sollte, hilft nicht. Ein terroristischer Anschlag in Otros wird befürchtet.

Norwen untersucht einen Lederfetzen, der einem Mann der Weißen Falken abgenommen wurde. Dieser Mann schweigt seit drei Tagen in einer Verhörzelle. Norwen hadert mit dem Gedanken an Folter, die im Reich seit seiner Gründung abgeschafft ist. Er ist überzeugt, dass das Reich Fortschritt und Zivilisation bringt, während diese Terroristen es in Trümmern sehen wollen. Sein Adjutant Galin hatte vorgeschlagen, Hausdurchsuchungen durchzuführen und Verdächtige festzunehmen, was Norwen aber aufgrund des Eingriffs in die Privatsphäre der Bürger zögern lässt. Er sehnt sich nach Hause und einer ordentlichen Mütze Schlaf. Während er sich bereit macht zu gehen, sieht er durch das Fenster den blauen Mond, der ihn sonst immer beruhigt.

Plötzlich bemerkt Norwen im Schein eines Blitzes eine Person auf dem gegenüberliegenden Dach, die ihn direkt anstarrt. Der Mann, dessen Gesicht unter einer Kapuze verborgen ist, legt seinen Daumen an die Kehle und fährt von links nach rechts – eine eindeutige Drohgebärde. Norwen, der seine Ausbildung bedenkt, reagiert sofort und stürmt mit gezogenem Degen zur Tür seines Arbeitszimmers. Er trifft auf Widerstand hinter der Tür und schlägt den Eindringling damit eine Treppe hinunter. Doch sein Moment des Sieges ist kurz, als drei weitere Kapuzenmänner die Treppe heraufstürmen. Norwen realisiert, dass seine Wachsoldaten ausgeschaltet wurden. Da ein Kampf gegen drei Männer aussichtslos ist, entscheidet er sich für die Flucht und springt aus dem Fenster.

Er landet auf den toten Körpern seiner beiden Soldaten, Frore und Talanel, die die Ostwache bewacht hatten. Ihr Blut vermischt sich mit dem Regen. Norwen eilt davon, nimmt wahllose Abzweigungen in den menschenleeren Gassen, um seine Verfolger abzuschütteln. Er erreicht einen Stapel Kisten und versucht, zu Atem zu kommen. Obwohl er glaubt, sie abgehängt zu haben, erkennt er die Dringlichkeit der Lage: Die Ostwache ist gestürmt, und er muss Meldung machen und Verstärkung anfordern. Er eilt zur Südwache, die nur wenige Minuten entfernt ist.

Auf seinem Weg hört er erneut Schritte auf den Dächern und dann hinter sich in der Gasse. Seine Verfolger sind wieder da. Als er einen Ausgang erreichen will, wird sein Weg plötzlich von einer Kutsche versperrt, die ihn in eine Sackgasse drängt. Norwen erkennt, dass ein Kampf unvermeidbar ist. Er denkt an seine Frau Freya und seinen Sohn Sarion. Er dreht sich zu seinen drei verhüllten Gegnern um und zieht seinen Degen. Er bemerkt die Nervosität und instabile Haltung der Gegner, aber ihre Überzahl ist ein Problem. Er muss sie isolieren und im Zweikampf besiegen. Um dies zu erreichen, provoziert er den größten der Männer verbal. Doch eine männliche Stimme von der Kutsche warnt seine Gegner, sich nicht provozieren zu lassen. Kurz darauf spürt Norwen einen schmerzhaften Schlag auf den Hinterkopf und sinkt bewusstlos zu Boden. Das Letzte, was er sieht, sind die verschwommenen Umrisse eines Mannes in weißem Gewand, aber ohne Kapuze, mit schwarzen, lockigen Haaren. Dieser Mann tritt Norwen, als er versucht, sich wieder aufzurappeln, noch einmal heftig ins Gesicht, und Norwen wird ohnmächtig.

Norwen erwacht und findet sich gefesselt auf einem Stuhl in einem Raum wieder. Die Wände bestehen aus altem, grauem Gemäuer, einer Art Stein, die seit Jahrhunderten nicht mehr verwendet wird. Er erkennt mit Entsetzen, dass er sich in der Alten Stadt befindet.

Die alte Holztür des Raumes stürmt auf, und der Kapuzenlose betritt den Raum. Es ist Vendir, der Norwen mit übertriebener Freundlichkeit begrüßt und sofort befiehlt, Norwen loszuschneiden. Norwen ist fassungslos. Vendir entschuldigt das Durcheinander und stellt sich vor. Er bietet Norwen an, das "Geschäft" zu besprechen, aber erst nach dem Essen. Während des Essens, Norwen weigert sich zu essen, bietet Vendir ihm an, Mitglied der Weißen Falken zu werden und sogar die Führung einer ganzen Einheit zu übernehmen, um Teil des Rates der Weißen Falken zu sein.

Norwen reagiert unbeeindruckt und erzürnt sich über Vendirs herablassende Bemerkungen über die Soldaten des Reiches. Er erinnert Vendir an seine beiden toten Soldaten, die für ihre Familien und Freunde kämpften. Norwen durchschaut Vendirs gespielte Freundlichkeit als reine Taktik, um ihm zu zeigen, dass eine Flucht ausgeschlossen ist. Vendir respektiert Norwens Unbestechlichkeit, besteht aber darauf, dass Norwen sein Gefangener ist und er ihn freilassen würde, wenn er ein Weißer Falke würde.

Vendir fragt Norwen wiederholt, ob er wisse, wo sie sind. Norwen stellt fest, dass Vendir seiner Familie nicht droht, weil er nicht an sie herankommen kann. Er bestätigt, dass sie sich in der Alten Stadt befinden, dem "Keller" des Reiches. Vendir erklärt, dass die Alte Stadt das Fundament von Otros ist, ein Fundament voller Lügen, auf dem das Reich aufgebaut wurde, um Tyrannei und Tod unter dem Deckmantel der Freiheit und des Fortschritts zu verbreiten. Norwen widerspricht und argumentiert, dass das Reich Gutes tut, Wohlstand und Sicherheit bringt. Vendir wird hysterisch und behauptet, dass erst die Gründung des Reiches zu Reibereien und einem Bürgerkrieg mit Abertausenden Toten führte. Norwen lehnt Vendirs Aussagen als die eines Fanatikers ab.

Vendir ruft seine Männer, um Norwen abzuführen. Sie stülpen ihm einen modrigen Sack über den Kopf, fesseln seine Hände und schleifen ihn aus dem Raum. Norwen, obwohl er das Unausweichliche ahnt, beschließt, ehrenhaft zu sterben. Er wird eine Zeit lang geschleppt, bergab, was ihn glauben lässt, er werde in einen Kerker gebracht. Er erinnert sich an frühere gefährliche Missionen und an seinen Vater, der ein Rebell war und öffentlich hingerichtet wurde, als Norwen sechs Jahre alt war. Er bedauert, sich nicht von Freya und Sarion verabschieden zu können.

Sie halten vor einer schweren Metalltür. Nach dem Betreten des neuen Raumes wird Norwen auf einer Holzplattform in einer Höhle abgesetzt, tief unter der Hauptstadt, umgeben von kargem Fels. Vendir wirft ihm einen Beutel mit Proviant und Kerzen in den Schoß. Zu Norwens Erstaunen durchtrennt Vendir seine Fesseln und sagt, Norwen werde heute nicht sterben, zumindest nicht durch seine Hand, und dass er die Gelegenheit bekommen werde, die Wahrheit auf eigene Faust herauszufinden. Vendir gibt Norwen eine entzündete Fackel, tritt von der Plattform, und die Plattform beginnt sich abwärts zu bewegen – es ist ein Aufzug.

Norwen fährt in den pechschwarzen Abgrund. Er ist nervös und fühlt sich eingeengt, da nur Fels um ihn herum ist. Er bemerkt, dass sein Degen genommen wurde. Nach langer Fahrt, bei der Norwen das Zeitgefühl verliert, erreicht der Aufzug den Boden. Die Höhle scheint sich weit auszudehnen, und das Licht seiner Fackel verliert sich in der Dunkelheit. Der Boden ist mit großen, quadratischen Fliesen gebaut, was darauf hindeutet, dass dieser Ort von Menschenhand geschaffen wurde. Plötzlich durchbricht ein ohrenbetäubendes metallisches Kreischen die Stille, gefolgt von einem knallenden Stampfen, das die Erde beben lässt. Die Geräusche wiederholen sich und kommen näher, was Panik in Norwen auslöst.