Episode 18

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Episodenübersicht
Kategorie Details
Episodennummer 18
Titel Das brennende Haus
Hauptperspektive Avontras
Charaktere Avontras
Zennah
Dalag
Raga
Tarz
Aricel
Belegan
Ologur
Druad
Orte Bera'U
Inhalt/Schlüsselergebnisse Avontras erwacht traumatisiert nach der Massengewalt in Bera'U. Er reflektiert seine Vergangenheit, besonders Chets Beweggründe seine Steinholerposition an Avontras abzugeben, und fasst den Entschluss, ein Burat zu werden – aber ohne Steinholer zu sein. Bei den Steinholern herrscht erschreckende Normalität. Die Planung der Besetzung und Ausbeutung des Dorfes wird nüchtern organisiert. Avontras beginnt mit harter Steinbrucharbeit, die ihm als Ventil dient. Trotz weiterem Missbrauch der Frauen bleibt er distanziert. Zennah und Dalag versuchen ihn zur Vergewaltigung zu zwingen. Als Avontras sich widersetzt, zündet Zennah aus „Strafe“ die Hütte samt eingesperrter Frau an. Avontras erlebt einen schweren seelischen Zusammenbruch.
Anmerkungen Diese Episode zeigt die völlige moralische Abwärtsspirale der Steinholer und die endgültige Abspaltung Avontras’ von ihrer Ideologie. Die Episode ist emotional extrem belastend und zeigt, wie Avontras trotz massiver innerer und äußerer Gewalt seine ethische Integrität zu bewahren versucht.
Dauer 16:08
Veröffentlichung Spotify 01.12.2024
Veröffentlichung YouTube 23.05.2025
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⚠️ Triggerwarnung

In dieser Episode werden Ereignisse sexueller und expliziter Gewalt geschildert. Diese Inhalte können für manche Hörerinnen und Hörer verstörend oder retraumatisierend wirken. Bitte sei achtsam, bevor du weiterliest oder -hörst, und nimm Rücksicht auf dein eigenes Wohlbefinden. Wenn du von diesen Themen betroffen bist oder dich unwohl fühlst, ziehe es in Erwägung, diese Passagen zu überspringen.

Diese Episode beginnt mit Avontras, der nach einer Nacht unter einem Holztisch erwacht und sich schmerzhaft den Kopf stößt. Seine Erinnerungen fluten seinen Geist, und er ist gedanklich wieder im Steinbruch von Bera'U, wo er sich an die erlebte Gewalt, die Schreie, teuflisches Lachen und den wimmernden Raga erinnert. Kalt und zermürbt überlegt er seine nächsten Schritte und ringt mit der Frage, ob er zum Dorfplatz zurückkehren soll, da er das dort Antreffende fürchtet. Um ein Burat zu werden, müsste er mit den Steinholern zusammenarbeiten und Stein abbauen, was er vielleicht nur diese Saison tun möchte. Er beschließt, mit dem alten Holff über die Geschehnisse zu sprechen und ihn zu fragen, wie man ein Burat werden kann, ohne zuvor Steinholer gewesen zu sein, da er keiner mehr sein will.

Ihm kommt Chet in den Sinn, der offenbar genau dasselbe erlebt hat und sich deshalb so verändert hat. Avontras erkennt, dass Chet ebenfalls aufhören wollte, Steinholer zu sein, und in ihm die ideale Lösung für einen Nachfolger gefunden hatte. Obwohl er sich über Chet ärgert, da dieser hätte wissen müssen, dass Avontras unter solchen Bedingungen niemals Steinholer werden wollte, versetzt er sich in Chets verzweifelte und traumatisierte Lage und zeigt Verständnis. Avontras vermutet, dass Chet aus diesem Grund auch nicht bei der Verabschiedung war, da er die Steinholer nie wiedersehen wollte – genau wie Avontras selbst. Er realisiert, dass er die nächsten Wochen durchstehen muss, auch wenn sie grausam werden würden, um ein Burat zu werden. Er zieht sich in sich zurück und verdrängt negative Gedanken, indem er sich immer wieder sagt: "Ich werde ein Burat, und ich werde lernen, die Kraft in mir zu beherrschen". Dieses Mantra hilft ihm, in einen konzentrierten Zustand zu gelangen, ebenso wie die Energie, die er seit der Ankunft in Bera'U spürt, ähnlich der im Lichtenwald. Avontras ist bereit, die kommenden Wochen als Lektion des Lebens zu akzeptieren.

In diesem Zustand verlässt Avontras den Steinbruch und geht in Richtung Dorfplatz. Raga ist am Brunnen nicht mehr zu finden, vermutlich ist er weitergezogen. Die Wagen der Steinholer stehen auf dem Dorfplatz, sind aber menschenleer. Generell ist keine Menschenseele zu sehen, und Avontras zieht weiter in Richtung Dorfeingang, wo er sieht, dass Josephine ebenfalls verschwunden ist, aber noch immer die Flecken ihres Blutes auf dem Boden vor dem Dorf sichtbar sind. Eine Stimme in seinem Hinterkopf rät ihm zu fliehen, doch eine andere erinnert ihn an seinen Wunsch, ein Burat zu werden, und dieser Stimme folgt Avontras. Sein Magen knurrt, und er kehrt um, um in den Wägen nach Essbarem zu suchen.

Am Wagen 1 findet er Brot und Käse. Plötzlich vernimmt er die grölende Stimme von Tarz, der ihn zusammenzucken lässt. Tarz kommt aus einem der Häuser, eine riesige Fleischkeule in der Hand, und fordert Avontras auf, ins Haus zu kommen, da Zennah ihn sehen wolle. Widerwillig folgt Avontras ihm, entschlossen, ihr Spiel komplikationslos mitzuspielen, aber nur, bis sie wieder in Nassul sind, und keinem Bewohner des Dorfes Schaden zuzufügen. Im Haus sieht er zu seiner Überraschung alle Steinholer im Kreis auf dem Boden sitzen; es herrscht gute Laune, und die Frauen des Dorfes sind nicht zu sehen. Zennah begrüßt ihn spöttisch, und Avontras schweigt und nickt nur, was Zennah und einige Steinholer zum Lachen bringt. Zennah beginnt dann mit der Planung der nächsten Wochen.

In Avontras kocht die Wut hoch, und sein Kiefer spannt sich an, da die anderen die Vergewaltigung und Plünderung wie einen Vergnügungsausflug behandeln. Zennah erklärt die Pläne: Dalag und Tarz haben die Frauen wie besprochen in den Häusern eingesperrt, sodass sie keine Probleme machen werden. Aricel hat eine Bestandsaufnahme der Vorräte gemacht und ist wie immer für deren proportionale Ausgabe verantwortlich, wobei er darauf achten soll, Tarz nicht zu viel zu geben. Ologur und Druad werden den ersten Wachposten am Dorfeingang besetzen, um zu verhindern, dass jemand ausbricht oder Unwillkommenes das Dorf betritt, und sind vom Steinbruchdienst befreit. Belegan soll Avontras' Ausbildung fortsetzen, damit dieser innerhalb weniger Tage den Stein richtig bearbeiten kann. Avontras nickt emotionslos, unsicher, ob Belegan zu den Vergewaltigern gehört. Nach dem Treffen erhalten alle ihre Rationen, die größer sind als auf der Reise, und Avontras schließt sich den anderen auf dem Weg zum Steinbruch an. Die Steinholer lachen und machen Witze über die vergangene Nacht, was Avontras erneut wütend macht.

Tagelang hackt Avontras mit seiner Spitzhacke auf den Stein. Die körperliche und repetitive Arbeit tut ihm gut und lenkt ihn von den Grausamkeiten ab; sie ist wie ein Ventil für seine Wut. Er stellt sich vor, mit der Spitzhacke auf Zennahs Gesicht einzuschlagen, was ein befreiendes Gefühl ist. Nur zum Laden der abgebauten Steine unterbricht er seine Arbeit. Er spricht mit niemandem und genießt es, in Ruhe gelassen zu werden. Am Abend hat er so viele Brocken abgebaut, dass fünf Karren gefüllt wären. Auch nach den ersten Tagen hören die Zahlen der Vergewaltigungen nicht auf: Jeden Abend zerren die Steinholer Frauen aus den abgesperrten Hütten. Avontras isst alleine und begegnet ab und zu Raga, der ebenfalls anderen aus dem Weg geht. Er fühlt sich von Raga am meisten betrogen, da dieser während ihrer Ausbildung kein Wort über die Zustände in Bera'U verloren und die Vergewaltigungen und Plünderungen zugelassen oder verdrängt hatte. Raga, den Avontras kurzzeitig als Vaterfigur angesehen hatte und der ihm beigebracht hatte, mutig zu sein, war ein Feigling, was Avontras wütend macht.

Eines Abends kommen Zennah und Dalag, offensichtlich betrunken, grinsend auf Avontras zu und bieten ihm eine "kleine Überraschung" an. Avontras möchte seine Ruhe haben und schlafen gehen. Zennah packt ihn und zieht ihn mit sich. Avontras ermahnt sich, unkompliziert zu bleiben, aber den Frauen kein Leid zuzufügen. Sie gehen zu einer verschlossenen Hütte. Zennah erklärt lallend, dass ein Steinholer viele Vorzüge habe, und da sie die beschwerliche Reise zu dritt hinter sich gebracht hätten, sehen sie sich in der Verantwortung, dass Avontras Bera'U auf keinen Fall jungfräulich verlassen solle. Avontras versteht die Absicht, lehnt das Angebot aber ab und möchte schlafen gehen. Dalag hält ihn fest und betont, sie hätten ihm die hübscheste und jüngste Frau ausgesucht. Avontras besteht darauf, dass er nichts mit ihr anstellen möchte. Zennah wird unruhig und befiehlt ihm, sein Recht als Steinholer zu nutzen und die Frau zu nehmen. Avontras dreht sich um und lässt ein intensives "Nein" hören.

Dalag wird ebenfalls nervös und bittet Avontras, es einfach zu tun. Avontras schüttelt den Kopf und versucht erneut zu gehen. Zennah schlägt mit voller Wucht gegen die Hütte, was Avontras zusammenzucken lässt. Dalag versucht, Zennah zu beruhigen, schlägt vor, es ein anderes Mal zu versuchen. Doch Zennah verliert die Fassung, schreit Dalag an, dass Avontras es tun muss, und schlägt weiter gegen das Haus. Dalag fleht Avontras an, es einfach hinter sich zu bringen. Avontras bleibt standhaft und schüttelt erneut den Kopf. Zennah reißt der Geduldsfaden; er schreit wild in den Himmel, dann zu Avontras, öffnet die Tür der Hütte, wirft die Fackel hinein und verschließt sie von außen, sagend: "Das hast du jetzt davon". Durch die Fenster sieht Avontras die sich schnell ausbreitenden Flammen und hört kurz darauf verzweifelte weibliche Schreie voller Angst und Hilflosigkeit. Avontras schreit Zennah an: "Was hast du getan!", und rennt zur Tür, um sie zu öffnen, doch sie ist verschlossen.

Zennah sagt emotionslos: "Das ist deine Schuld". Avontras hämmert gegen die Tür und wirft sich mit seinem Gewicht dagegen, aber es hilft nichts. Die Flammen werden unerträglich heiß, und er muss Abstand nehmen. Die Schreie verklingen. Zennah und Dalag halten Avontras davon ab zu verschwinden und zwingen ihn, in sicherem Abstand die brennende Hütte anzuschauen. Zennah hält ihn an den Haaren fest und wiederholt: "Das ist deine Schuld". Dalag beginnt zu weinen und schreit Avontras an: "Hättest du doch einfach nur getan, was wir von dir wollten, verdammt!". Auch Avontras kommen die Tränen, seine Beine zittern, und er bricht auf die Knie. Seine Tränen fallen wie große Regentropfen zu Boden. Zennah und Dalag gehen fort und lassen ihn kniend zurück, wo er bleibt, bis ihm die Tränen ausgehen und die Hütte abgebrannt ist.