Episode 24

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Episodenübersicht
Kategorie Details
Episodennummer 24
Titel Die Spur der Roten Fetzen
Hauptperspektive Sarion
Charaktere Sarion
Ajana
Orte Laufbrücken, Kettenwald
Inhalt/Schlüsselergebnisse Sarion ringt mit sich selbst, folgt schließlich mutig den Hinweisen auf Ajanas Entführung und verlässt erstmals das sichere Reich. Die Spur führt ihn durch feindlich gesinnte Viertel und in den düsteren, unheimlichen Kettenwald. Dort entdeckt er Ajana in Gefangenschaft einer feindlichen Gruppe. Als der Anführer sie töten will, greift Sarion impulsiv ein, um ihr Leben zu retten – und offenbart sich selbst.
Anmerkungen Wichtige Charakterentwicklung: Sarion stellt Ajana über seinen Auftrag.
Dauer 17:04
Veröffentlichung Spotify 16.02.2025
Veröffentlichung YouTube 06.06.2025
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Diese Episode beginnt mit Sarions innerem Konflikt, während er in einem Gästezimmer verweilt. In seiner Hand hält er einen kleinen roten Stofffetzen, und er ist erfüllt von Wut und Verzweiflung. Zwei Stimmen kämpfen in seinem Kopf: Die eine mahnt, dass Ajana seinetwegen entführt wurde und er sie retten muss, während die andere argumentiert, es sei ihre Aufgabe, in Gefahr zu geraten, damit er seinen Auftrag erfüllen kann. Diese Stimme verweist darauf, dass Ajana vom Roten Turm stammt und ihr nichts Schlimmes zustoßen werde. Sarion steht vor der Entscheidung, entweder alleine nach Brabas zu reisen, um seinen schnellen Auftrag auszuführen und später mit Galin das Versteck der weißen Falken auszuräuchern, um seinen Vater zu finden, oder Ajana zu retten. Die erste Stimme hinterfragt jedoch, ob sein Vater stolz wäre, wenn er den Auftrag über seine alte Freundin stellen würde.

Sarion zögert nicht lange und entscheidet sich zu handeln. Er entdeckt einen weiteren roten Stofffetzen am Dach des Hauses, der im Licht des aschfahle gelben Mondes im Wind weht. Vorsichtig klettert der junge Botschafter aus dem Fenster auf das Dach und identifiziert den Fetzen als Stoff von Ajanas Umhang. Ein weiterer Fetzen auf der Straße bestätigt, dass es sich um eine Spur handelt. Er eilt zurück in sein Zimmer, zieht sich um und lässt jegliche rote Kleidung weg, um nicht identifizierbar zu sein. Mit seinem Degen bewaffnet, verlässt er das Gasthaus.

Auf der kühlen Straße findet er den Fetzen und bestätigt, dass er vom wertvollen Umhang Ajanas stammt, den sie sogar zuvor mit einem Kommandanten der Stadtwache verteidigt hatte. Sie muss ihn zerrissen haben, um ihm eine Spur zu legen, was ihre verzweifelte Lage unterstreicht. Sarion folgt der Spur, die zunächst nach Osten führt, und ist dankbar für den hellen Mond. Der feuchte Geruch der Luft und die zunehmende Intensität lassen ihn ahnen, dass die Suche ihn aus dem Reich hinausführen würde. Er erreicht die nördliche Brücke von Laufbrücken, die eine natürliche Grenze bildet. Dies ist das erste Mal, dass Sarion Gebiete verlässt, die dem Reich wohlgesonnen sind, und er erkennt, dass sein Botschaftersiegel ihm hier nichts nützen wird. Trotz anfänglichen Zögerns schreitet er voran, gestärkt durch den Gedanken an seine Ausbildung als Schwertkämpfer.

Auf der anderen Flussseite, die immer noch zu Laufbrücken gehört, bemerkt Sarion, dass die Häuser verfallen und ärmlich wirken, was ihn an den dritten Bezirk von Otros erinnert. Er trifft auf torkelnde Menschen aus den Wirtshäusern und spürt eine Anspannung, da diese Menschen gegen das Reich eingestellt sind. Die Sorge, als Rotumhang identifiziert zu werden, nagt an ihm. Er ist beunruhigt, dass niemand die Entführung gesehen oder eingegriffen zu haben scheint, was ihn zur Annahme führt, dass der Hass auf das Reich so groß sein könnte, dass solche Verbrechen ignoriert werden. Diese Gedanken beängstigen ihn zutiefst, und er hofft panisch, dass es nicht zu spät ist. Als er durch die Menge eilt, wird er von einem unfreundlichen Paar angerempelt und provoziert. Sarion schluckt seinen Stolz herunter und entschuldigt sich mit einer Verbeugung, nur um von dem Paar verspottet zu werden. Er lernt aus dieser Begegnung, dass höfliche Gesten in diesen Landen unüblich sind und er auffallen würde, wenn er sie weiter anwendet.

Die Spur führt Sarion bald aus Laufbrücken hinaus und in eine kältere Luft. Die Fetzen liegen nun weiter auseinander, und er sorgt sich, dass Ajana keine weiteren mehr hinterlassen könnte. In der Ferne erkennt er eine dunkle, bedrohliche Woge – den Kettenwald. Er weiß von Karten, dass der Wald seinen Namen von der Kettenbrücke hat, die den Flussweg blockiert und unvorsichtige Abenteurer von der gefährlichen Einöde von Sheregona fernhält. Sarion, der bisher nie einem so großen Wald nahe war, ist unvertraut mit dieser Umgebung und den Geschichten über dort beheimatete Wesen. Trotz seines Unbehagens betritt er den Kettenwald und folgt den nun wieder näher beieinander liegenden Fetzen durch das dichte Unterholz, wo kaum Mondlicht hindurchdringt.

Er muss aufpassen, wo er hintritt, und klettert über morsche Bäume. Ein markerschütternder Schrei eines Todeskreischers lässt ihn zusammenfahren und seinen Degen ziehen, doch er beruhigt sich schnell wieder. Mit der Zeit gewöhnt er sich an die Geräusche des Waldes, bleibt aber wachsam. Schließlich entdeckt er Lichtpunkte, die sich als Fackeln erweisen, und die Fetzen führen ihn direkt dorthin. Er drosselt sein Tempo und nähert sich lautlos, Techniken anwendend, die Falion ihm beigebracht hatte.

Sarion hört eine laute männliche Stimme fragen: „Wo ist er?“, und bald darauf erkennt er Ajanas bekannte Stimme, die antwortet: „Ich werde es euch nicht sagen“. Froh, am Ziel zu sein, nähert er sich unauffällig einer Erhöhung. Er blickt hinab in eine Mulde und sieht mindestens 15 gut bewaffnete Personen in schwarzen Umhängen, die Fackeln tragen. In ihrer Mitte kniet Ajana gefesselt im Dreck. Ein großer Mann in einem zerfetzten schwarzen Mantel und Kapuze geht um sie herum und packt sie an den Haaren. Er fragt Ajana wütend, wo er sei, und als sie schweigt, droht er ihr mit einem Messer an der Brust, dass sie sonst wertlos sei. Sarion erkennt, dass sie Ajana seinetwegen entführt und foltern.

Er realisiert die Überlegenheit der Gegner – ein Frontalangriff wäre Selbstmord. Der Gedanke, zurück nach Laufbrücken zu rennen, wird verworfen, da er nicht weiß, ob Ajana die Wartezeit überleben würde. Als der Mann in Schwarz das Messer zum Schlag anhebt, um Ajana zu töten, trifft Sarion eine blitzschnelle, desperate Entscheidung. Seine Beine bewegen sich von selbst, und er ruft: „Hier bin ich!“, woraufhin das Messer abrupt in der Luft innehält.