Episode 36

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Episodenübersicht
Kategorie Details
Episodennummer 36
Titel Die Holzfäller von Holzwallen
Hauptperspektive Sarion
Charaktere Sarion
Ajana
Edrus
Longulf
Wolf
Rangulf
Orte Kreuzwerrn
Inhalt/Schlüsselergebnisse Sarion und Ajana erleben im „Eisernen Krug“ einen turbulenten Abend mit Bier, Prophezeiungen und neuen Bekanntschaften. Der wirre Edrus warnt vor Trarius’ Rückkehr und spricht kryptisch von „Splittern“. Sarion horcht auf, bleibt aber still. Im Gespräch mit Wolf, einem freundlichen Holzfäller, lernt Sarion eine neue, rationale Sichtweise auf die Kritik am Reich kennen. Durch die gemeinsame Zeit mit den Brüdern erlebt Sarion erstmals Offenheit und ehrliches Miteinander außerhalb des Reiches. Beim Trinkspiel gewinnt Sarion durch Glück, was den Abend mit Heiterkeit beendet.
Anmerkungen Sarion beginnt, die Kritik am Reich differenziert zu betrachten.
Dauer 17:01
Veröffentlichung Spotify 11.05.2025
Veröffentlichung YouTube 04.07.2025
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Diese Episode beginnt mit Sarion und Ajana, die in einem gut besuchten Gasthaus "Der Eiserne Krug" sitzen und ihr zweites Bier genießen. Ihre Unterhaltung wird jäh unterbrochen, als sie Zeugen eines merkwürdigen Gesprächs am Nebentisch werden. Ein stark betrunkener Mann namens Edrus, der bereits viele Biere getrunken hat, regt sich lautstark über ein drohendes Unglück auf. Er warnt, dass, wenn sie nicht reagieren, eine riesige Katastrophe geschehen wird, und spricht von "Splittern" als der Antwort auf alles. Er behauptet, nun zu wissen, warum "das Reich, die Retu, die Splitter" so sind, wie sie sind, und prophezeit die Rückkehr des Hexers Trarius, der das Land erneut ins Chaos stürzen werde. Sarion reißt die Augen auf, als der Name Trarius fällt, unternimmt aber zunächst nichts. Edrus' breitschultriger Freund Longulf schultert ihn schließlich und bringt ihn nach Hause, was Sarion an einen Vater erinnert, der ein sich sträubendes Kind trägt.

Ein dritter Freund von Edrus, der ebenfalls großgewachsen ist, bleibt zurück und seufzt betrübt. Er beginnt ein Gespräch mit Sarion und Ajana und erklärt, dass Edrus, ein angesehener und ikonischer Wissenschaftler, sich vor einer Woche in Folge einer "großen Entdeckung" verändert habe. Seitdem spreche er ununterbrochen von Splittern und dem Verständnis des Reichs sowie des Verschwindens der Retu. Er habe auch das Gerücht von Trarius' Rückkehr aufgegriffen. Ajana und Sarion deuten dies als Verwirrung und Wahnsinn, getrieben von Gerüchten. Sarion empfindet Mitleid mit dem Mann und bestellt eine weitere Runde des dunklen Bieres, diesmal auch für den Holzfäller, der sich als Wolf vorstellt und Sarion sowie Ajana kennenlernt. Wolf erwähnt auch seine Brüder Longulf und Rangulf, die wie er Holzfäller aus Holzwallen sind und auf dem Weg zurück sind.

Sarion, der noch nie einem Holzfäller begegnet ist, ist neugierig auf deren Beruf, da es diesen in Otros nicht gibt. Wolf erklärt, dass sie Holz fällen und es dann auf dem "Holzwasser" nach Brabas transportieren, wo sie ihre Abnehmer beliefern, und zu Fuß zurückkehren. Sarion ist fasziniert von dieser simplen und doch effektiven Methode des Holztransports, fast wie ein Boot. Ihm wird bewusst, dass die Menschen außerhalb des Reiches, trotz des scheinbaren Mangels an "Fortschritt", sehr schlaue Ideen entwickeln. Sarions Begeisterung lässt ihn sein sonst reserviertes Benehmen vergessen, was er nur bei engen Vertrauten innerhalb des Reiches zulässt. Er erkennt, dass die Menschen außerhalb des Reiches viel offener und weniger zurückhaltend sind.

Wolf lädt sie in seine Hütte in Holzwallen ein und fragt, woher sie kommen. Sarion, nach kurzem Zögern, antwortet, dass sie Abenteurer ohne feste Heimat seien und auf dem Weg nach Brabas seien. Wolf nennt Brabas ihre "inoffizielle Hauptstadt" und wundert sich laut, was Bürgermeister Tomras gegen die "Machtergreifung" des Reiches unternehmen wird. Sarion ist schockiert und fragt sich, was seit ihrer Reise geschehen ist. Wolf erklärt, dass Kaltenwinde sich dem Reich angeschlossen und damit seine Freiheit und Individualität verloren habe. Wolf drückt seine persönliche Zufriedenheit darüber aus, dass seine Hütte ihm gehört und er niemandem außer den Göttern Rechenschaft ablegen muss.

Sarion ist überrascht und zum ersten Mal beruhigt, dass Wolf mit "Machtergreifung" keine Kampfhandlung meinte. Er ist aber vor allem überrascht, zum ersten Mal einen rationalen und nachvollziehbaren Grund gehört zu haben, warum man das Reich ablehnt. Im Gegensatz zu den hasserfüllten Äußerungen anderer, bietet Wolf eine Perspektive, die Sarion verstehen kann. Er reflektiert, dass das Reich tatsächlich einen großen Einfluss auf das Leben seiner Bürger hat, indem es Geschäfte kontrolliert und Berufswege vorgibt, um seinen Fortschritt zu planen. Sarion fragt sich zum ersten Mal, ob das Reich damit nicht die individuelle Freiheit seiner Bürger beschneidet, ein Gedanke, den Galin wohl als "gefährliches Gedankengut" bezeichnen würde.

Sarions Gedanken werden unterbrochen, als Longulf mit dem dritten Bruder, Rangulf, an ihrem Tisch auftaucht. Wolf stellt Sarion und Ajana vor und hebt ihre Freundlichkeit hervor. Sarion ist erneut beeindruckt von der unglaublichen Freundlichkeit gegenüber Fremden, die er noch nie erlebt hatte. Die fünf sitzen zusammen, trinken Bier, erzählen Geschichten und lachen, wodurch eine heitere und ausgelassene Stimmung entsteht, die Sarions frühere Negativität vertreibt. Ajana amüsiert die Gruppe, indem sie regelmäßig Rangulfs Krug leert, wenn dieser nicht hinsieht.

Schließlich beginnen sie ein Spiel namens "Götterkriege". Das Spiel, das Sarion schnell versteht und genießt, beinhaltet das Würfeln, um Einheiten (kleine Steinchen in Rot, Blau und Gelb und die Monde und die Götter) auf das Spielfeld zu bringen und das Lager des Gegners zu erreichen. Die Zeit vergeht wie im Flug, und es wird dunkel. Sarion ist mittlerweile betrunken und spricht undeutlich. Ajana, die trotz mehr Getränken nüchtern wirkt, hatte vorausschauend ein Zimmer für sie reserviert. Rangulfs betrunkener Scherz, mit Ajana auf ihr Zimmer zu gehen, sorgt für weiteres Gelächter.

Wolf schlägt aufgeregt eine letzte Runde eines schnellen Würfelspiels vor, um die Zeche zu zahlen. Das Spiel verlangt, den Wurf des Vorgängers zu übertreffen oder glaubhaft zu bluffen. Ajana würfelt eine 4 und 2, Rangulf eine 5 und 4, und Longulf eine 1 und 1. Wolf behauptet dann, zwei Sechsen gewürfelt zu haben, die höchste Kombination, die nur von einer 2 und einer 1 geschlagen werden kann. Sarion ist nervös, entscheidet sich aber, Wolfs scheinbare Wahrheit und selbstbewusstes Grinsen zu glauben und selbst zu würfeln. Er greift nach seinem Botschafter-Siegel in der Hoffnung auf Glück. In gespannter Stille lüftet Sarion den Becher und enthüllt die gewinnende Kombination: eine 2 und eine 1.

Die anderen grölen, und Wolf schlägt wütend auf den Tisch, bevor er lachend seine Niederlage akzeptiert. Er nennt Sarion einen "wahren Glückspilz" und stimmt zu, die Zeche zu zahlen. Ajana lächelt Sarion zu und kommentiert, Wolf sei ein "fairer Verlierer". Während sie sich langsam zum Gehen erheben, spürt Sarion den Alkohol in seinem Gleichgewichtssinn, im Gegensatz zur stets sicheren Ajana. Sie gehen nach oben, wobei Wolf und Longulf den torkelnden Rangulf stützen. Ajana und Sarion teilen sich ein Zimmer, was Sarion nach den Ereignissen in Laufbrücken für eine gute Idee hält. Sie verabschieden sich von den Holzfällern und gehen zu Bett. Am nächsten Morgen sind die Holzfäller bereits aufgebrochen. Sarion streckt sich außerhalb des "Eisernen Krugs" und blickt zum ersten Mal nicht sehnsüchtig nach Westen, sondern nach Süden in Richtung Brabas, dem Ziel seiner Reise.