Episode 44
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| Kategorie | Details |
|---|---|
| Episodennummer | 44 |
| Titel | Der neue Auftrag |
| Hauptperspektive | Avontras |
| Charaktere | Avontras Chet Terrin Gangahn Balsadur Fiora Joha Orivus Trarius |
| Orte | Kreuzwerrn |
| Inhalt/Schlüsselergebnisse | Die Klingenwanderer kommen in Kreuzwerrn an und treffen auf Orivus und seine Verlobte Joha, die zunächst misstrauisch sind. Nach Klärung des Auftrags und eines Empfehlungsschreibens werden sie zum sicheren Treffpunkt an einer riesigen Eiche geführt. Dort erlebt Avontras eine Vision, in der er den mysteriösen Mann in Schwarz (Trarius) sieht, der einen Sturm heraufbeschwört. Avontras versucht mit ihm zu kommunizieren, hört jedoch stattdessen Balsadurs Stimme in seinem Kopf. |
| Anmerkungen | Terrins Herkunft und Verbindung zum Ehrnwald wird erklärt. |
| Dauer | 16:05 |
| Veröffentlichung Spotify | 06.07.2025 |
| Veröffentlichung YouTube | 23.07.2025 |
| Link zur Episode |
Diese Episode beginnt mit dem morgendlichen Gesang unzähliger Vögel und einem wolkenlosen Himmel, unter dem die Klingenwanderer die Stadt Kreuzwerrn erreichen. Nach ihren Erlebnissen in Brabas empfinden Avontras und Chet diese neue Stadt als aufregend und fühlen sich bestärkt in ihrer Wahl des Auftrags. Ihr Ziel ist es, Orivus zu treffen, der auf dem Auftragsplakat versprochen hatte, Hilfe gegen die tyrannischen Unterdrücker der Stadt zu benötigen – ein Grund, der für Avontras wichtiger war als jede Belohnung, da die ehemaligen Steinholer selbst Erfahrungen mit Unterdrückung gemacht hatten.
Die sechs Abenteurer bahnen sich ihren Weg durch eine Menschenmenge, wobei viele automatisch Platz machen, als sie den Hünen Gangahn sehen. Seine beeindruckende Erscheinung – sei es seine Größe, seine Muskeln oder seine doppelte Streitaxt – sorgt für Respekt. Avontras empfindet mittlerweile eine tiefe Zuneigung zu dem sanftmütigen Riesen und dem Rest der Klingenwanderer. Sie gelangen in einen ruhigeren Teil Kreuzwerrns und halten vor einem kleinen Lebensmittelgeschäft mit Butzenscheibenfenstern und einer schwarzen Holztür, an deren Rahmen ein unkenntlich gemachtes Symbol eingeritzt war. Bevor sie eintreten, ermahnt Gangahn die jüngeren Männer, auf ihr Äußeres zu achten, da ein guter erster Eindruck unbezahlbar sei. Nachdem alle ihre Kleidung und Haare gerichtet haben, öffnet Gangahn die Tür.
Das Innere des Ladens ist ebenfalls aus dunklem Holz gefertigt und durch Kerzenschein mysteriös und edel beleuchtet. Die Klingenwanderer, allen voran der riesige Gangahn, der aufpassen muss, sich nicht den Kopf am Kronleuchter zu stoßen, nehmen fast den gesamten Platz ein. Plötzlich hören sie eine weibliche Stimme aus dem hinteren Teil des Ladens: "Wer seid ihr, was wollt ihr?". Eine junge Frau tritt hervor und zielt mit einer geladenen Armbrust auf sie. Gleichzeitig spürt Avontras kalten Stahl an seiner Kehle und eine männliche Stimme fordert sie auf, sofort alle Waffen abzulegen, sonst werde er "niemals wieder die Sonne erblicken". Panik überkommt Avontras, und er spürt einen warmen Tropfen Blutes an seinem Hals.
In dieser angespannten Situation legt Gangahn seine Axt behutsam ab, und die anderen folgen seinem Beispiel. Er identifiziert sie als die Klingenwanderer und erklärt, dass sie Orivus sprechen wollen, da sie einen Auftrag von ihm dabei hätten. Die Frau, die sich später als Joha, Orivus' Verlobte, herausstellt, fordert den Auftragszettel vom Gasthaus zum Blauen Mond in Brabas. Nach der Übergabe äußert Orivus Misstrauen und fragt, ob sie nicht zu Nocturnas Bande gehören. Gangahn legt daraufhin ein Empfehlungsschreiben von Kaufmann Brosius vor, das ihre Identität als Abenteurergilde bestätigt. Joha bemerkt jedoch, dass in dem Schreiben nur Gangahn Drachentöter, Terrin letzte des Abran-Clans, Fiora die geheimnisvolle Bogenschützin und Balsadur der Koch und Heiler aufgeführt sind, und fragt nach den beiden anderen. Gangahn erklärt, dass Chet und Avontras Neuzugänge sind und noch keine vollen Mitglieder, weshalb sie nicht gelistet sind.
Daraufhin löst sich die Spannung. Der Druck auf Avontras' Kehle lässt nach, und Joha legt ihre Armbrust beiseite. Orivus entschuldigt sich für die Maßnahmen, da Nocturnas Schergen überall in Kreuzwerrn ihr Unwesen treiben. Gangahn antwortet gelassen, dass er so etwas bereits vermutet habe. Joha fragt, ob sie trotz des Schreckens weiterhin am Auftrag interessiert seien, woraufhin Gangahn sich umschaut und Avontras fragend zunickt. Avontras, mittlerweile beruhigt und das trocknende Blut an seinem Hals vergessen, nickt ebenfalls zurück, da die aufregende Situation sein "Feuer entfacht" hat. Orivus stellt sich und seine Verlobte Joha vor und heißt die Klingenwanderer in ihrem Laden willkommen.
Gangahn möchte den Auftrag besprechen, wird aber von Orivus unterbrochen, der erklärt, dass sie im Laden nicht darüber sprechen könnten, da die gegenüberliegenden Häuser "Augen und Ohren" hätten. Er gibt ihnen zwei große Stoffsäcke voller Äpfel und bittet sie, den Laden zu verlassen und sich im Norden unter einer großen Eiche zu treffen. Avontras hat viele Fragen, doch Gangahn gibt ihm wortlos den Apfelsack. Draußen erklärt Gangahn ihm flüsternd, dass sie beobachtet werden und so tun sollen, als wären sie normale Kunden, um sich an einem sicheren Ort erneut zu treffen.
Sie verlassen Kreuzwerrn und erreichen eine weite Ebene im Norden. Im Osten erkennt Avontras den Ehrnwald mit einem spitzen Berg, der sich einst bis nach Süden erstreckte und von dem auch der Lichtenwald ein Teil gewesen war. Im Norden befindet sich ein Hügel mit einer saftig grünen Wiese und wunderschönen Blumen, auf dessen Spitze die unglaublich große Eiche steht – der größte Baum, den Avontras je gesehen hatte, dessen Äste sich in jede Himmelsrichtung ausbreiten. Balsadur ist erstaunt über die Größe des Baumes, und Terrin erklärt, dass im Ehrn jeder Baum so groß sei und man früher sagte, dass von ihnen eine besondere Kraft ausging. Auf Avontras' neugierige Frage hin enthüllt Terrin, dass der Abran Clan früher im Ehrn lebte, im Einklang mit dem Wald, und sie die letzte ihres Clans ist, aber dessen Fähigkeiten in sich trägt.
Beim Aufstieg zum Baum fällt Avontras' ungewöhnliche Ausdauer auf; er hält deutlich länger durch als die anderen und lässt sogar Chet, mit dem er ungesprochen ein kleines Wettrennen begonnen hatte, weit hinter sich. Am Baum angekommen, spürt Avontras, dass etwas Besonderes von ihm ausgeht, eine Art Energie. Er berührt den knorrigen Stamm der Eiche, und sofort durchfährt ein heftiger Ruck seinen Körper. Ihm wird schwarz vor Augen, er fühlt sich wie im freien Fall und sieht ein Meer dunkler Wolken, bevor er merkt, dass er vom Himmel fällt. Kurz vor dem Aufprall steht er plötzlich da, ohne Schmerzen, und fragt sich, ob dies eine Vision ist.
Er befindet sich in einer ihm unbekannten Gegend, umgeben von goldenen Getreidefeldern. Der Himmel verfinstert sich, und er spürt eine Präsenz hinter sich. Er dreht sich um und sieht den Mann in Schwarz – wie schon beim letzten Mal. Der Mann hat die Arme gen Himmel gestreckt, seine schwarzen Haare und sein Mantel flattern im immer stärker werdenden Sturm. Aus einer seiner ausgestreckten Hände geht ein merkwürdiges, farbloses Leuchten hervor, das diesmal nicht den Mann umhüllt, sondern als langer, dünner Lichtstrahl in den Himmel aufsteigt und die dunklen Wolken erreicht. Es beginnt zu donnern, Blitze schlagen ein, und der Regen setzt ein, während Avontras sich in Sicherheit fühlt. Er versucht, den Mann in Schwarz anzusprechen und nennt ihn "Trarius", da er nach der Geschichte von Sarion und Ajana sicher ist, dass es sich um Trarius handelt. Trarius dreht sich schnell um und zieht eine Klinge, blickt aber suchend umher, ohne Avontras zu sehen, der direkt vor ihm steht. Avontras kann Trarius' gelbe Augen mit rot leuchtenden Pupillen sehen – ein wahnsinniger, gruseliger Blick. Er versucht es erneut, und tatsächlich scheint Trarius ihn zu hören, aber nicht zu sehen. Avontras hört Trarius' Stimme direkt in seinem Kopf. Doch dann merkt er: Es ist nicht Trarius' Stimme, sondern die von Balsadur.