Episode 9
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| Kategorie | Details |
|---|---|
| Episodennummer | 9 |
| Titel | Heimkehr und Aufbruch |
| Hauptperspektive | Avontras |
| Charaktere | Avontras Raga Chet Alter Holff Zennah Dalag Ralla |
| Orte | Lichtenwald,Nassul |
| Inhalt/Schlüsselergebnisse | Avontras beendet sein Training im Lichtenwald und kehrt nach Nassul zurück, wo er offiziell als Steinholer aufgenommen wird. Er reflektiert seine Fortschritte und die noch ungelöste Kontrolle über seine innere Kraft. Nach einer feierlichen Aufnahme und einem Festmahl beginnt Avontras mit den Steinholern seine Reise nach Bera'U. Er erlebt Stolz, Nervosität und Abschiede von wichtigen Personen im Dorf. |
| Anmerkungen | Avontras Beziehung zu Raga zeigt Vater-Sohn-Dynamik. |
| Dauer | 22:23 |
| Veröffentlichung Spotify | 29.09.2024 |
| Veröffentlichung YouTube | 02.05.2025 |
| Link zur Episode |
Diese Episode beginnt mit Avontras' letztem Tag im Lichtenwald nach fast drei Monaten intensivem Training unter der Leitung von Raga. Raga hatte sich bereits von ihm verabschiedet und Avontras auf seine morgige, alleinige Rückkehr nach Nassul vorbereitet, wo er als offizieller Steinholer verkündet werden sollte. Avontras reflektiert die körperlichen und mentalen Fortschritte, die er gemacht hat, und vergleicht seine Transformation mit der seines Freundes Chet, der ebenfalls als veränderter Mann von seiner Ausbildung zurückgekehrt war. Er spürt, dass ihm mit seinen neuen Fähigkeiten die Welt offensteht und er seine Ziele – ein Steinholer und später ein Burat zu werden sowie die Kraft in sich zu beherrschen – nun verfolgen kann.
Hinsichtlich der Beherrschung seiner inneren Kraft konnten Raga und Avontras noch keine Fortschritte erzielen, da sich die Kraft seit der Begegnung mit den Wurzelwütern nicht erneut gezeigt hatte. Obwohl sie versuchten, Avontras' Erinnerungen an den Angriff der Wurzelwüter wiederherzustellen, war dies nicht gelungen, und seine Träume über sie waren in der letzten Woche ebenfalls ausgeblieben. Raga ermutigte ihn jedoch, sich Zeit für die Entdeckung seiner Kräfte zu lassen, da er noch jung sei.
Am nächsten Morgen machte sich Avontras daran, sein Lager abzubauen und sämtliche Spuren seiner Anwesenheit im Lichtenwald zu verwischen, da Raga ihn angewiesen hatte, alles so zu hinterlassen, wie er es vorgefunden hatte. Sein Lager, das drei Monate lang sein Zuhause war, existierte nun nicht mehr, und Avontras erkannte, wie schnell sich Normalität ändern kann. Bevor er den Wald verließ, erfüllte er eine weitere Aufgabe von Raga: Er grub die alte hölzerne Kiste aus, die sie damals gemeinsam vergraben hatten, und legte seine Spitzhacke hinein. Avontras, der die Spitzhacke zu Beginn seiner Ausbildung kaum mit zwei Händen halten konnte, hielt sie nun mühelos in einer Hand und spürte kaum noch ihr Gewicht, was ihn lächeln ließ. Ein letztes Mal atmete er die frische Waldluft ein und ließ die Energie des Waldes durch sich fließen, bevor er sich mutigen Schrittes seiner Zukunft entgegenwandte.
Nachdem er den Lichtenwald verlassen hatte, spürte Avontras sofort eine Veränderung: Die Luft war nicht mehr mit Energie gefüllt, die Temperatur höher und die Sonne blendete ihn. Er machte sich auf den Weg nach Nassul und bemerkte, dass der Herbst in die Landen gekommen war und die Rapsfelder bereits abgeerntet waren. Der Rückweg kam ihm kürzer vor, da es bergab ging und seine Beine durch das Training stärker geworden waren. Allerdings bemerkte er auch, dass ihm die Puste schneller ausging, da ihm außerhalb des Waldes die energetische Luft fehlte. Ohne die Spitzhacke fühlte er sich leicht wie eine Feder und sprang aus Freude in die Luft.
Von einer Anhöhe aus blickte Avontras auf Nassul und stellte fest, dass die Dorfmauer erheblich erweitert worden war und nun den gesamten Osten und Süden abdeckte. Die verbleibenden Holzpalisaden waren mit nicht mehr benötigtem Holz verstärkt worden. Er betrat das Tor und bemerkte, wie sich die Köpfe der Marktplatzbesucher nach ihm umdrehten. Stolz und nervös zugleich erblickte er Raga, der ihn mit offenen Armen empfing. Sie begrüßten sich mit einem vereinbarten Unterarmgriff, um ihre fast schon Vater-Sohn-ähnliche Beziehung nicht öffentlich zu zeigen, da Avontras als eigenständiger Mann wahrgenommen werden wollte. Raga rief laut "Willkommen zurück in Nassul, Avontras der Steinholer!", sodass viele Dorfbewohner es hörten.
Eine Menschenmenge versammelte sich, um den neuen Steinholer zu sehen. Gemäß der Tradition traten der alte Holff und Zennah hervor. Raga bestätigte dem alten Holff und Zennah gegenüber, dass Avontras die Ausbildung abgeschlossen hatte und seine Pflichten als Steinholer erfüllen konnte. Zennah nahm Avontras daraufhin offiziell in die Reihen der Steinholer auf, und der alte Holff rief, dass Avontras "den Stein schlägt, der uns beschützen wird", was das Dorf im Chor wiederholte. Jubel brach aus, und Avontras wurde mit Glückwünschen überhäuft.
Auf dem Marktplatz begann ein Festmahl mit Tischen, Speisen und Bierfässern. Nach Monaten der Waldkost war es für Avontras ein wahres Fest. Zennah führte ihn zum Tisch der Steinholer, wo neben Raga auch Tarz und elf weitere Männer saßen. Avontras fühlte sich jedoch etwas unbehaglich, da sich niemand wirklich vorstellte. Ein Steinholer reichte ihm einen Krug Bier, den Avontras, der noch nie zuvor Bier getrunken hatte, um stark zu wirken, in einem Zug leerte. Der Geschmack gefiel ihm, doch er musste aufstoßen und husten, was die anderen Steinholer amüsierte. Weitere Krüge folgten, und ein jüngerer Steinholer bemerkte, dass Avontras "noch besser zu uns zu passen scheint als der Kleine vom letzten Mal" – eine Anspielung auf Chet. Avontras fiel ein, dass er seinen besten Freund den ganzen Tag vergessen hatte. Obwohl er nachfragen wollte, stand bereits der nächste Bierkrug vor ihm.
Am nächsten Morgen erwachte Avontras mit stechenden Kopfschmerzen und einem starken Kater. Er sollte sofort beim Beladen der Wägen für die Reise nach Bera'U helfen. Raga überreichte ihm sein neues wetterfestes Steinholergewand aus braunem Leder, das Avontras mit Stolz anzog. Raga gab ihm auch eine bittere Flüssigkeit gegen seinen Kater, die Avontras zum Erbrechen brachte, was Ragas Enttäuschung über sein Verhalten offenbarte. Raga machte deutlich, dass Avontras nun selbst für seine Handlungen verantwortlich sei. Zennah, zusätzlich in einem braunen Umhang, teilte die 15 Steinholer auf fünf Wägen auf.
- Wagen 1: Dalag, Avontras, Zennah
- Wagen 2: Tarim, Aricel, Finnah
- Wagen 3: Raga, Ologur, Druad
- Wagen 4: Belegan, Ferdir, Elzer
- Wagen 5: Tarz, Falker, Elfrik
Kurz vor der Abreise versammelten sich Freunde und Familien, um sich zu verabschieden. Avontras, der keine Familie hatte, verabschiedete sich vom alten Holff, der seine Entwicklung lobte. Auf Avontras' Frage nach Chet erklärte der alte Holff, dass Chet seit mehreren Tagen erkrankt sei und sich daher nicht verabschieden könne, was Avontras traurig stimmte. Dann rief Ralla ihn und überreichte ihm ein selbstgebackenes, in ein Tuch gewickeltes Schinkenbrot, eine Geste, die Avontras zutiefst rührte und ihn an "fast schon mütterliche Zuneigung" erinnerte. Schließlich stellte sich Zennah auf einen Wagen, rief das Dorf an, die Steinholer nahmen ihre Plätze ein, und mit berauschenden Gefühlen voller Aufregung und Abenteuerlust verließen sie Nassul und begannen ihre Reise nach Bera'U.