Nocturnas
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Name | Nocturnas |
| Rolle / Titel | Anführer der Verbrecherbande von Kreuzwerrn |
| Status | verstorben |
| Familienbeziehungen | nicht bekannt |
| Zugehörigkeit / Fraktion | Kreuzwerrn |
| Wichtige Eigenschaften / Merkmale | machthungrig, grausam, strategisch, wahnsinnig |
| Schlüsselerlebnisse / Relevante Ereignisse | Verrät und vergiftet die Anführer der großen Banden von Kreuzwerrn |
| Trivia | Seine bevorzugte Waffe ist die Ochsenzunge |
| Erstes Erwähnen (Episode) | Episode 44 |
Nocturnas ist der Anführer der einzigen und zugleich tyrannischen Verbrecherbande in Kreuzwerrn.
Er gilt als gewiefter, machthungriger Krimineller, dem es durch einen ausgeklügelten Plan gelang, die gesetzlose Stadt vollständig unter seine Kontrolle zu bringen.
Vor lauter Macht verfiel er dem Wahnsinn – und gilt seither als unberechenbar und grausam.
Aufstieg und Herrschaft in Kreuzwerrn [1]
Nocturnas begann seine Laufbahn als kleiner Laufbursche in den Reihen der Goldklingen, einer der großen Banden Kreuzwerrns.
Schon früh träumte er davon, mehr Macht zu erlangen und die Stadt nach seinem eigenen Willen zu formen. Um dieses Ziel zu erreichen, suchte er heimlich Kontakt zu hochrangigen Mitgliedern der anderen Banden. Sein Plan war ebenso kühn wie verräterisch: Er wollte alle Bandenchefs innerhalb einer einzigen Nacht ausschalten.
Während er selbst die Führung der Goldklingen übernehmen sollte, versprachen seine Mitverschwörer, in den anderen Banden die Macht zu übernehmen. Nocturnas lockte sie mit der Aussicht auf ein Ende der blutigen Machtkämpfe und eine gemeinsame Herrschaft über Kreuzwerrn. In jener schicksalhaften Nacht setzte er seinen Plan in die Tat um. Er tötete den Anführer der Goldklingen, während seine Verbündeten die übrigen Bandenchefs ermordeten. Doch Nocturnas hatte niemals vor, die Macht zu teilen.
Als die neuen Anführer sich zum Feiern trafen, hatte er den Wein bereits vergiftet. Mit einem einzigen Zug löschte er die gesamte Führungsriege der Unterwelt aus. Er sandte anschließend seine treuesten Männer aus, um jeden Widerstand zu brechen – und festigte so seine Herrschaft über die Stadt.
Seit dieser Nacht, die etwa zehn Jahre zurückliegt, herrscht Nocturnas über Kreuzwerrn. Zwar brachte seine Diktatur eine trügerische Form von „Sicherheit“, doch diese wird mit Unterdrückung, Erpressung und Angst erkauft.
Verbrechen und Methoden
Nocturnas nutzt seine Herrschaft, um alle Goldströme der Stadt in seine Taschen zu lenken – durch Erpressung, Diebstahl und den Handel mit gestohlenen Waren. Reisende werden gezielt zu seinen eigenen Ständen und Läden gelenkt, damit kein Gold an unabhängige Händler fließt.
Widerstand wird brutal bestraft:
- Händler, die sich weigern, Schutzgeld zu zahlen, werden zusammengeschlagen.
- Ihre Stände werden zerstört, ihre Waren geraubt und von Nocturnas’ Leuten weiterverkauft.
- Läden, die sich auflehnen, werden mit einem Zeichen markiert – ein Symbol, das angeblich auf „minderwertige Ware“ hinweist.
- Über diese Läden werden Lügen verbreitet, bis sie schließlich niedergebrannt werden.
Nocturnas’ Grausamkeit zeigt sich auch im Umgang mit seinen eigenen Leuten: Viele seiner Schergen wurden als Kinder von ihm entführt und sind in seiner Gewalt aufgewachsen. Er ließ sie indoktrinieren, bis sie ihn als eine Art Vaterfigur verehrten.[1]
Im Kampf oder bei Folterungen bevorzugt er den Einsatz einer Ochsenzunge – eines glänzenden, dolchähnlichen Messers, das zu seinem Markenzeichen wurde.
Konflikt mit Orivus
Ein persönlicher Konflikt entbrannte zwischen Nocturnas und dem Händler Orivus, einem aufrechten Mann, der sich seiner Tyrannei widersetzte. Nocturnas begehrte Joha, die Verlobte von Orivus, und beanspruchte sie für sich. Als Joha sich von ihm abwandte, betrachtete Nocturnas dies als Verrat – und schwor, sowohl sie als auch Orivus zu vernichten.[2]
Orivus jedoch gab nicht auf. Er beauftragte die Klingenwanderer, um Nocturnas zu stürzen und Kreuzwerrn zu befreien.[3] Gemeinsam mit Avontras geriet Orivus in Nocturnas’ Gefangenschaft.[2]
Im Lagerhaus, das als Hauptquartier diente, quälte Nocturnas ihn mit der Ochsenzunge – vor Avontras’ Augen. Er verspottete Avontras als „wilden Hund“ und „tollwütigen Kleffer“, den er durch „Erziehung“ zu einem Werkzeug in seiner Bande machen wolle.[2]
Tod und letzte Worte[4]
Im finalen Kampf gegen die Klingenwanderer zeigte Nocturnas all seine Fertigkeit und Gefährlichkeit. Er kämpfte agil, akrobatisch und präzise – mit zwei Ochsenzungen gleichzeitig.
Doch trotz seiner Überlegenheit gelang es Orivus, ihn am Oberschenkel zu verwunden und so seine Beweglichkeit einzuschränken. In einem letzten, verzweifelten Akt stürzte sich Orivus auf Nocturnas, ließ sich in dessen Klingen bohren und hielt ihn fest – beide fielen gemeinsam vom Balkon in den Tod.
Mit dem Sturz endete die Tyrannei über Kreuzwerrn. Nocturnas’ letzte Worte jedoch waren eine kryptische Warnung: „Mein Sieg mag fallen – aber Trarius hält bereits einen der Splitter in Händen. Bald wird er den zweiten besitzen … und euer Ende wird kommen.“